Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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leiden. Ihr Unwille ſteigerte ſich mit jedem Jahr und wurde ſtets auffallender.

Zwiſchen ihr und den jungen Mädchen herrſchte ein immerwährender kleiner Krieg. Mußte ſie doch den Kummer erleben, zu ſehen, wie eins dieſerdummen Dinger die ungetheilte Aufmerkſamkeit eines der jungen Juriſten auf ſich lenkte, und in einer Art und Weiſe gefeiert wurde, die eine Heilige hätte zur Eiferſucht reizen können. Wenn Johanna nicht die Schweſter ihres Bruders geweſen wäre, hätten die jungen Herren Juriſten ihr vielleicht nicht einmal die gewöhnliche Höflichkeit er⸗ zeigt, ſondern ſie wäre muthmaßlich ganz und gar wegen einer unbedeutendenGans hintenangeſetzt worden. Oft während dieſer ſchmerzlichen Jahre, während welcher ſelbſt Elias ſowol Lisbeth als Anna Heldener mehr Sym⸗ pathie entgegentrug, als er Johanna zeigte, wurde ſie von Reue darüber ergriffen, daß ſie nicht den Amtshaupt⸗

mann oder den Prediger geheirathet hatte. Sie wäre dann ohne dieſe Leiden geweſen, die ſie nun auszuſtehen hatte, Leiden, die um ſo tiefer und härter zu ertragen waren, weil ſie nicht darüber ſprechen durfte, ſondern ſchweigend ihren Gram äidulden mußte. Sie wagte nicht einmal offen zu zeigen, wie verhaßt ihr die beiden Mädchen waren, ſie mußte ja ihre Abtieigung verheim⸗ lichen und froundlich thun mit den beiden gelbſchnäbligen Dingern.