Das war ein unverzeihlicher Fehler in den Augen der ſonſt gutmüthigen Johanna und hatte von Anfang an eine Abneigung zu Wege gebracht. Johanna ver⸗ mochte nicht itgend ein mitleidiges Gefühl für die un⸗ glückliche Lage zu empfinden, in welcher Eliſa ſich be⸗ fand. Nur wenige Jahre ſollten jedoch die Nebenbuh⸗ lerinnen in demſelben Hauſe verleben; der Tod nahm die arme Mutter von ihren Kindern hinweg, und von nun an vererbte ſich die Abneigung Johanna's auf die beiden Töchter. 4
Wikſtrand war ein ſcharfer Beobachter, und ihm war die Geſinnung Johanna's gegen die elternloſen Kinder nicht entgangen; er wußte, daß dieſelbe keines⸗ wegs wohlwollend war, und war darauf bedacht, die beiden Mädchen ſo zu ſtellen, daß ſie von der Abnei⸗ gung Johanna's nicht abhingen. Es wurde eine Gou⸗ vernante für ſie angenommen und Johanna ſollte in keiner Weiſe ſich mit ihrer Erziehung befaſſen, eine Maß⸗ regel, welche durchaus nicht ihre Abneigung zu mildern im Stande war, namentlich weil der Bruder ſtets die beiden Mädchen, ſelbſt wenn ſie Unrecht haben mochten, gegen Johanna in Schutz nahm.
Die Mädchen entwickelten ſich zu ſchönen Jung⸗ krauen, und nunmehr konnte Johanna ſie noch weniger


