———————————
9
bis allmälig die Jahre ſich mehrten und der Liſt ie Erorberungen einen Dämpfer aufſetzten.
Man darf jedoch nicht glauben, die Koketterie Jo⸗ hanna's habe ihren Grund darin gehabt, daß ſie durch⸗ aus geheirathet ſein wollte. Mit nichten. Sie hatte, ſeitdem ſie bei ihrem Brnder lebte, zwei Bewerber um ihre Hand gehabt, allein ſie hatte beiden einen Korb gegeben, und zwar zum großen Aerger des Gerichtsdirec⸗ tors, welcher nichts dagegen gehabt hätte, die Schweſter gut verheirathet zu ſehen.
Der ein dieſer Bewerber war der Hilfsprediger der Gemeinde, ein Mann, welcher für ſeinen Beruf ſehr begabt war, ſowol was die Predigt als was das Ein⸗ heimſen betraf. Einige Jahre, nachdem Johanna ihn verſchmäht hatte, wurde er Hauptpaſtor der Gemeinde, allein ohne daß dieſer Umſtand irgend eine Veränderung in ihrem Entſchluſſe zu Wege gebracht hätte.
Der andere Bewerber war der Amtshauptmann Enkeman, reich und angeſehen, jedoch nicht mehr jung. Johanna fühlte indeß keine Neigung, weder für den
Amtshauptmann, noch für den Prßſt ſonen nur fir
junge Juriſten.
Um dieſe Zeit unſerer Erzählung ſcut Johtin vierundvierzig Jahre ält, gut dönſerbirt, ohne eint einzig⸗ Runzel im Geſicht und ohne irgens ein graues Haar in


