Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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erhalten, ſchrieb ſie;bevor dieſer weggenommen iſt, kann ich Dich nicht wiederſehen, meine Mutter.

Aber Du wirſt es doch, mein Kind! flü⸗ ſterte Madame Moulin und küßte den Brief.

Die Mutter ſtellte ſich vor, welche freudige Ueber⸗ raſchung es für Gabrielle werden müßte, welche nichts davon ahnte, daß ſie ſie auf Liungbro treffen würde.

Madame Moulin's eigenes Herz klopfte heftig beim Gedanken an dieſen Augenblick. Sie faßte den feſten Entſchluß, nicht mehr getrennt von Gabrielle zu leben, ſondern daß beide nach Stockholm zurück⸗ kehren und dort eine Penſion errichten ſollten.

Ismael hatte ja verſprochen, ihnen zu helfen.

Madame Moulin baute viele und lachende Luft⸗ ſchlöſſer für die Zukunft und vergaß gänzlich die bittern Erfahrungen, welche ihr das Leben gegeben, daß alle diejenigen, welche ſie bisher aufgebaut, zu⸗ ſammengeſtürzt ſeien und ſie nur übrig gelaſſen hätten, um einſam das zu beweinen, was ſie dabei verloren.

Während die alte Frau mit kindlicher Zuverſicht die Zukunft mit hellen und lachenden Farben aus⸗ malte, vergaß ſie die Leere, wodurch ſich die Gegen⸗ wart auszeichnete.

Frigga und Valentin ſaßen in einem kleinen Ca⸗ binet und ſprachen, als ein Bedienter eintrat und meldete, daß ein Reiſender die Obriſtin zu ſprechen wünſche.

Schwartz, Geburt u. Bildung. m. 20