laſſen von ihren Vorurtheilen,— ſagte Abraham lebhaft.
Neim ſie werden genöthigt mich zu achten wegen meiner Tüchtigkeit,— ſagte Ismael in einem be⸗ ſtimmten Ton.
Du biſt jung und haſt Illuſionen,— hob der ältere Herr wieder an und legte ſeine Hand auf Ismaels Achſeln.— Und wenn Du der kenntniß⸗ reicheſte Mann in jenem Lande wäreſt, deſſen Bevöl⸗ kerung die Juden geringſchätzt, ſo würden Deine Kenntniſſe zu nichts dienen, denn ſie werden ſie nicht anerkennen.
— Dieſe Anſicht wage ich in der That zu be⸗ ſtreiten,— ſagte Jsmael; denn wenn wir Alle ſo gedacht und darnach gehandelt hätten, ſo würden die Juden in dieſer Stunde ein elendes Volk ſein, wel⸗ ches nirgends eine Freiſtätte gefunden, weil es nicht zu beweiſen vermochte, daß es moraliſchen Werth hätte.— Nein, Onkel, Frankreich hätte nicht Israels Volke alle Freiheiten und Rechte gewährt, wenn die Juden nicht den Franzoſen gelehrt, daß ſie dieſelben verdienten. Eines Tages wird auch das Land, wo meine Wiege geſtanden, ſich von den hergebrachten Begriffen emancipiren, welche es jetzt von unſerem Volke hegt. Damit das geſchähe, müſſen wir zei⸗ gen, daß wir durch Intelligenz und Moral berech⸗ tigt ſind neben jedes andere Volk geſtellt zu werden.
— Neben!— wiederholte der ältere Mann und betrachtete den Bruderſohn mit einem ſtrengen Blick. — Wären die Juden nicht beſſer als die Chriſten, dann wären ſie nicht viel werth unter ihnen.


