Der ganze weitläufige Hofplatz war bepflanzt und zu einem ſchönen Garten mit Buſchwerk, Gän⸗ gen und Springbrunnen geordnet.
Mitten darin waren zwei tempelförmige Marmor⸗ gebäude aufgeführt.
Der rechte hatte etwas von morgenländiſcher Pracht und erinnerte en miniature an den Tempel in Jeruſalem. Er war von ſeltenen und üppigen Gewächſen umgeben.
Es ſchien, als wenn der kleine Tempel mit einer Sorgfalt gepflegt würde, welche von einem nie er⸗ löſchenden Intereſſe zeugte. Es war, als wenn jedes Blatt der gepflanzten Gewächſe mit wirklicher Zärtlichkeit behandelt würde.
Der Tempel links war von weißem Marmor, einfach und ohne dieſe tauſend Zierrathen, welche be⸗ weiſen, das man das Höhere nie ſchön und zierlich genug bekommen kann.
Um das Monument zur Linken waren vier Pap⸗ peln gepflanzt, welche kalt und gleichgültig ihre gera⸗ den Stämme gegen den Himmel ſtreckten.
In dem kleinen ſchmalen Gang zwiſchen dieſen beiden Tempeln ſtand ein Mann von ſchlanker und langer Geſtalt, mit ſchönen, faſt claſſiſch regelmäßi⸗ gen Zügen, ſchwarzen Augen und dunkeln Locken, welche hier und dort mit Grau untermiſcht waren.
Sein Geſicht drückte Strenge, Ernſt und Kälte aus.
Man fühlte ſein Herz frieren, wenn man ſeinen Blicken begegnete, und doch las man in ihrem Aus⸗ druck, daß er, wenn auch das Herz ohne alle zärt⸗ lichere Gefühle war, doch einen hochherzigen und ungewöhnlichen Charakter beſaß.
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