Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Beim Mittagstiſch war Valentin ſich gleich und ſprach ungezwungen mit Frigga und der Gräfin. Als man ſich nach der Mahlzeit im Salon aufhielt, ſaß Valentin und ſcherzte ganz fröhlich mit Frigga.

Es hat mich oft gewundert, bemerkte er, daß Fräulein das Silberarmband dort ſo treulich tragen.

Er deutete auf ein Armband, welches eine Kette an einem Anker befeſtigt darſtellte, das Frigga an dem linken Arm trug. Die Arbeit war etwas plump und zeugte von hohem Alter.

Gewiß iſt es irgend ein liebes Andenken, fügte er hinzu.

Es iſt ein Geſchenk von meiner Großmut⸗ ter, und zugleich ein Amulet, antwortete Frigga lächelnd. Es hat eine eigene Geſchichte, welche folgendermaßen lautet: Die Großmutter meiner Großmutter bekam es von ihrer Amme, als ſie das erſtemal zur Beichte ging. Die Amme hatte an ihre Gabe die Bedingung geknüpft, daß die ſtolze Jungfrau es tragen ſolle, bis ihr Herz ſeine Wahl getroffen, dann ſollte ſie es ihrem Lieb⸗ ſten als Pfand ihrer Treue geben. Wenn irgend eine Hinderniß gegen ihre Verbindung einträte, dann läge ein Segen in dem Armband, ein Segen, wel⸗ cher zum ſchließlichen Glück führen würde. Jetzt iſt das Armband als Erbgut auf die älteſte Tochter und ſtets unter denſelben Bedingungen übergegangen, daß es als ein Pfand der Treue und einer glück⸗ lichen Vereinigung der Liebenden dienen ſolle. Meine

Schwartz, Geburt u. Bildung: 1I. 17