Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

andere mit ſeiner Pracht. Beide ſuchen einander zu verdunkeln, und beiden mißlingt es. Das eine beſizt ſein Gold, ſein für den Genuß geſchaffenes Innere, das andere ſeinen unbeugſamen Hochmuth, ſeine Er⸗ innerungen und ſein veraltetes Aeußere. Sie ſind vereinigt durch jenen kleinen Säulengang, welcher zu ſagen ſcheint: Du alte verlaſſene Heimath für ſtolze Söhne, Du gehörſt nicht mehr unſerer Zeit. Du biſt reich an Jahren, aber gedeihſt nicht. Damit Du nicht ganz verſchwindeſt, will ich Dich mit dieſem Kinde des Geldes vereinigen, ſo daß Du noch eine Zeit lang fortleben mögeſt.

Sie ſind bitter, und ich wünſchte gegen Ihre Zeichnung dieſe und jene Einwendung zu machen, fiel Frigga ein, auf deren freier Stirn die derben Worte keinen Schatten hervorzurufen vermocht hatten.

Erlauben Sie erſt, daß ich meinen Entwurf vollende, bat Valentin. Er fuhr fort:

Rings um dieſe beiden Gebäude und zwiſchen ihnen und dem Ocean ſehen wir ſtolze, freie Baum⸗ kronen, einen laubreichen Park und unendliche Wäl⸗ der. Wiſſen Sie, was dieſe Kinder der Natur auf meinem Bilde repräſentiren?

Valentin heftete einen ſcharfen Blick auf Frigga. Sein Geſicht war in dieſem Augenblick ſtreng und ſtolz.

Ja, das weiß ich! rief Frigga und ſah fortwährend zu ihm auf mit einem Blick, welcher zu ſagen ſchien, daß er mit dem Bild, welches er zu entwerfen beabſichtigte, unmöglich einen höheren und edleren Begriff verbinden könnte, als denjenigen, welchen ſie ſich dabei dachte.

Wirklich? Ich wage es zu bezweifeln.