Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Mein Fräulein, wenn die Zukunft mir be⸗ wieſe, daß ich Unrecht gehabt, dann würde ich den übrigen Theil meines Lebens dazu verwenden mein Verbrechen abzubitten.

Das würde eine lange Buße geben meinte Frigga.

Wir ſind noch nicht ſo weit gekommen, ſagte Valentin kalt und wahrſcheinlich gelangen wir nie dazu. Wir bleiben deßhalb an Liungbros Gitterthor ſtehen. Es war von da aus, wo ich über das Bild, welches ich vor Augen hatte, philoſophirte.

Sehen Sie fuhr Valentin fort, dort fern im Hintergrunde das offene Meer? Er ſtreckte die Hand aus. Dieſe Wogen haben ſeit Urzeiten dieſe Küſte beſpült. Frei, wild und unbezwingbar, ſind ſie ein Bild der Natur, welche der Menſch zwar vermocht hat zur Beförderung ſeiner Zwecke zu ver⸗ wenden, aber nie beherrſchen konnte. Sie wird nur von dem Geſeze Gottes beherrſcht.

Dort wieder Valentin deutete nun auf das Schloß, erhebt ſich eine Steinmaſſe, von Men⸗ ſchenhänden aufgeführt, ein Monument von ver⸗ gangenen Zeiten. Es iſt wohl erhalten, aber doch eine Ruine, welche nur da ſteht, um uns zu mahnen an die Macht der Gewalt über das Recht, an die Macht der Vorurtheile über die Vernunft, des Hoch⸗ muths über das Verdienſt. Betrachten Sie genau dieſe Mauern, von welchen Sie ſagen, daß Sie ſie nie ſehen können, ohne von Ehrfurcht ergriffen zu werden,

und ſprechen Sie: flüſterten ſie Ihnen nie zu von der tung, die von Ihnen ausgegangen, oder von der Verknechtung des Volks durch die Ariſtokratie?