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fort— wir ſind ſo verwöhnt und veränderlich, daß wir gewöhnlich das Gute, das wir täglich genießen, vergeſſen, um ſehnſuchtsvoll nach dem, was wir nicht haben, die Arme auszuſtrecken. Wir werden entzückt von dem, was uns neu iſt, und ziehen auf dieſe Weiſe oft das Schlechtere dem Beſſeren vor. Sie ſelbſt, Herr Lieutenant, halten ſich ſchon ein ganzes Jahr auf Liungbro auf, und doch werden Sie erſt heute von der Schönheit des Bildes überraſcht, welches Sie alle Tage Gelegenheit gehabt zu be⸗ wundern.
— Woher wiſſen Fräulein, daß es heute das erſte Mal iſt?— Es iſt doch nicht geſagt, daß ich mich nicht früher davon bewegt gefühlt, weil Fräulein mich nicht vorher überraſcht. Unſere tiefſten Eindrücke geben wir ſelten den Blicken Anderer Preis.
Es wär mit einer eigenen Betonung, daß Va⸗ lentin dieſe lezten Worte ausſprach⸗
Friggas Wangen wechſelten leicht die Farbe; aber ſie fuhr mit ruhiger Stimme fort:
— Es iſt wahr. Doch wundert es mich, daß Sie nie ein Wort von der wirklich ſchönen Lage Liungbro's geſagt. Ich habe auch geglaubt, daß Sie keinen Sinn für die ſchöne Natur hätten.
Als Antwort hierauf lächelte Valentin nur ein wenig.
— Möchten Fräulein einen Augenblick hier aus⸗ ruhen?— antwortete er und deutete auf eine Bank
innerhalb des Gitterthores, welche im Schatten einer hohen und buſchigen Linde ſtand. Und wenn ich das wollte, was würde das
zur Folge haben?— fragte ſie lächelnd.


