Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Hagar, Hagar, was ſoll aus mir werden, wenn Du fort biſt? Wie ſoll ich im Stande ſein, mein Leben fortzuſchleppen? Mit Dir wird mein Herz ſterben; die Fähigkeit zu genießen in meiner Bruſt erlöſchen, und doch was iſt meine Liebe für mich anders geweſen, als Leiden, Entſagung, Verzweiflung.

Immer dieſelbe düſtere Hoffnungsloſigkeit, Albert, flüſterte Hagar mit ihrer milden, klaren Stimme. Wirſt Du nie Dein Schickſal mit Ge⸗ duld tragen? Das Leben, mein Freund, iſt ja eine Uebergangsperiode, und weder dürfen deſſen Sorgen noch Freuden unſere Seele ſo feſſeln können, daß wir es vergeſſen, unſere Gedanken auf den hohen Urſprung unſeres Daſeins zu richten.

Sie legte die andere Hand auf diejenige von ſeinen, welche die ihrige in der ſeinigen geſchloſſen hielt.

Wenn ich fort bin, Albert, ſo denke an die arme Jüdin wie an eine Freundin, eine Schweſter, und ſuche Dir eine Gattin, an deren Seite Du ſpäter wandeln kannſt, mit welcher Du von mir ſprechen kannſt. Ach! Du weißt ja, daß Dein Glück auch jenſeits des Grabes meinem Geiſte Frieden und Freude ſchenken wird. Du warſt meine ganze Welt auf dieſer Erde; aber Du konnteſt nicht mein Gatte werden; zwiſchen uns erhoben ſich verſchiedene Glaubensbekenntniſſe und geboten, daß wir getrennt leben ſollten. Aber Du warſt meine Stärke während der Leidenstage, mein Stolz und mein Glück während der Tage der Geſundheit, und Du wirſt der letzte

Gegenſtand ſein, an welchen mein berſtendes Herz

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