Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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mit den zerriſſenen Fahnen und den moderigen Ahnenbildern.

Der Major zog ſeine Frau zu ſich auf ſeine Kniee und fügte hinzu:

Aber nehme Dich in Acht, daß nicht das Mädchen und Du Euch von Eitelkeit habet leiten laſſen.

Nun, nun, gerade nicht Du; aber ſie.

Nein, Guſtav, Jenny folgt nur ihrem Herzen, und ich wäre die Erſte mich dieſer Verbindung zu widerſetzen, wenn ich nicht genau auf den Urſprung und die Entwickelung ihrer Liebe zu Fritz Acht ge⸗ geben hätte.

Niemals würde ich zugeben, daß meine Tochter ſich aus einem andern Beweggrund als Liebe ver⸗ heirathete; denn wie ſoll wohl das Weib gegen den Wechſel des Lebens und gegen die Dornen, welche mehr oder weniger auf dem Wege der Ehe geſtreut ſind, Kraft und Stütze finden, wenn nicht in ihrer Liebe. Dieſe iſt ihre Kraft, ihr Troſt und ihr ganzes Leben. Durch ſie wird ſie geduldig, nachſichtig, mild und verträglich; ohne dieſe wird ſie nichts anderes, als eine willenloſe Sclavin der Launen des Mannes, oder auch eine Zuchtruthe für ſich ſelbſt und den Gatten, an deſſen Seite ſie wandelt.

Durch Hülfe derſelben haſt Du Dich durch das Leben und mit meinem ſchwierigen Charakter durchgekämpft. Durch dieſe haſt Du oft dieſes un⸗ bändige Gemüth gemildert und beſiegt.

Der Major küßte ſeine Frau und fügte hinzu: