Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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bei der Mutter.— Ich glaube, daß ich das Auf⸗ bieten unterſagen werde.

— Aus welchem Grunde?

— Weil er voriges Jahr um dieſe Zeit mich freite,— ſagte Jenny lachend.

— Ein ſolcher Proteſt iſt ungültig, weil Du ihm ein Nein gegeben.

— Ja, Du lieber Gott, das iſt wahr,— ſeufzte Jenny, mit einem halb ſcherzenden, halb ernſthaften Ausdruck.

— Ich glaube, Du ſagteſt:„Du lieber Gott!⸗

— Jawohl, denn dieſes Jahr habe ich durchaus nichte dagegen, Freiherrin zu werden.

— Jenny!

Die Majorin betrachtete die Tochter.

— Ah, ſehe ich denn ſo verſtört aus,— ſagte Jenny und ſchlang ihre Arme um den Leib der Mutter.— Du mußt wiſſen, Malinchen, daß es außerordentlich gefährlich iſt, ſich einen jungen Mann zum Freunde zu wählen, den man von der Jugend an gekannt und der nebenbei der nächſte Nachbar iſt, denn es paſſirt ſo leicht, daß die gemüthliche Freundſchaft ſich flüchtet und.

— Die Liebe den ledigen Platz einnimmt.

— Ganz richtig. So paſſirte es z. B., daß ich eines ſchönen Tages nach unſerer Rückkehr von Stockholm, mich ſelbſt darauf ertappte— neidiſch auf alle diejenigen zu ſein, mit welchen Fritz ſprach, und als ich dann meine Gefühle genau unterſuchte, kam ich zur folgenden Entdeckung:

— Daß Du, ſchon ſeit der Baron Dir ſeine Liebe zu Alfhilda mittheilte und Dich in ſein