— Wer hat das geſagt?— fragte der Doctor.
— Er ſelbſt;— aber eine teufelmäßig abſon⸗ derliche Verlobung iſt das geweſen,— fuhr der Lieutenant fort.— Ich komme in das Krug'ſche
Haus und bin auch mit den Verlobten zuſammen geweſen, aber ich kann mich nie erinnern, ein Mäd⸗ chen geſehen zu haben, das einen Mann mit einer ſo in die Augen fallenden Kälte behandelt hätte, wie ſie Fräulein von Krug gegen Stormbjelm zeigte. Was noch ſonderbarer iſt,— ſie hat nie einen Verlobungs⸗ ring getragen.
— Das klingt ganz romantiſch,— ſagte der könig⸗ liche Secretair Mondelſtjerna.— Ich kenne Storm⸗ hjelms Charakter ein wenig. Derſelbe iſt aus einer un⸗ bändigen Luſt zum Widerſpruch zuſammengeſetzt. Während ſeines Aufenthalts in Upſala war er ein verbiſſener Ariſtokrat, und nicht gerade aus Ueber⸗ zeugung, ſondern deshalb, weil das Anſehen des Adels unrettbar geſunken iſt.
Allen jenen Ideen von angebornem Werthe und reinerem Blute, die man jetzt auslacht, huldigte er während ſie im geraden Widerſpruche mit der Auf⸗ faſſungsweiſe der Studenten ſtanden.
Seine Mutter ſoll einmal geäußert haben:„Mein Sohn, werde nie ein Sclave Deiner Geburtsvor⸗ urtheile, ſondern bedenke, daß ſie nichts werth ſind, wenn ſie nicht von Tugenden und edlen Handlungen begleitet werden.“
Gleich wurde er der eifrigſte Vertheidiger dieſer Vorurtheile, und würde ſie ſicherlich zu ſeinen Haupt⸗ ideen gemacht haben, wenn die Liebe ihn nicht ge⸗ zwungen hätte, von ihnen abzuweichen.
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