Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

292

meinen Verachtung in den Staub getreten, auch noch ein Abſcheu für Ihren Mann, welcher gezwungen iſt, auch Ihre Schande mit Ihnen zu theilen.

Albertine ſchwieg. Sie fühlte, daß der Schein gegen ſie war; ſie ſah ein, daß ſie noch gar zu ver⸗ laſſen daſtand, um der Mutter ſowohl wie dem e die Spitze bieten zu können. Letzterer fuhr ort:

Sie können mich nicht beſchuldigen, meine Waffen gebraucht, geſchweige mißbraucht zu haben; denn dann hätte ich ganz einfach zu Ihrer Mutter geſagt:Gnädige Frau, Ihre Tochter hat ihren Ruf bloßgeſtellt, aber demohngeachtet biete ich ihr meine

Hand und mein Herz. Ich liebe ſie zu ſehr, als

daß ich darauf Rückſicht nehmen ſollte, daß ſie das, was Sie und die Welt das Recht haben, von ihr zu fordern, vergeſſen hat. Aber ich ſagte nichts von alledem und habe alſo nicht Ihr Geheimniß verrathen. Ich berühre nur dieſes Verhältniß, um Ihnen zu zeigen, welche Mittel ich hätte anwenden können, wenn ich unedel oder egviſtiſch geweſen wäre.

Albertine warf den Kopf ſtolz zurück und ſagte:

Ich verlange keine Nachſicht von Ihnen, denn

ich habe nie eine Handlung begangen, deren ich mich zu ſchämen brauchte. Der Beweis dafür iſt, daß ich meiner Mutter offen bekannt habe, daß ich Doctor Bergſtröm meine Hand und mein Herz verſprochen.

Und ſie billigte daß Sie einem Bergſtröém

einen Stormhjelm opfern? Albertine! all ihr Wi⸗ derſtand iſt vergebens, denn bei Gott, welcher uns ſieht, ſchwöre ich, daß Sie nie einem Anderen, als mir gehören werden.