52
halb das, was ich ſage, ruhig an. Lieber, als hier zu bleiben und all den Spott anzuhören, den Urda ſich und Onkel zuzieht, werlaſſe ich meine Stelle; dieſes iſt, bei Ehre und Gewiſſen, mein feſter Ent⸗ ſchluß, wenn Onkel mich auch deshalb für undankbar halten ſollte.
Harald näherte ſich der Thüre.
— Willſt Du bleiben, Junge!— brüllte der Capitain und legte ſeine ſtarke Hand auf des Reffen Achſel.
— Du willſt mir alſo Geſetze vorſchreiben, Du? Du der Du in mir einen Vater gefunden haſt.
— Keine Geſetze Onkel,— antwortete Harald gerührt. Er ergriff die Hand des Onkels und ſah ihn mit ſeinen offenen, redlichen Augen an.
— So ſieht es indeſſen aus.
Der Capitain war bleich. Man konnte es dem verwitterten, ſtarren Geſichte anſehen, daß die Sache einen peinlichen Eindruck auf ihn machte.
— Wenn ich Onkel weniger treu und ehrlich liebte, dann wäre es mir gleichgültig, daß die Leute über Onkel lachen, aber zu wiſſen, daß der allge⸗ meine Tadel gegen denjenigen gerichtet iſt, den ich aus ganzer Seele hochachte und ſchätze, das iſt Etwas, das ich nicht ertragen kann, beſonders da dieſer Tadel ein gerechter iſt.
Ich würde mein Leben und all meine Kraft Onkel zum Opfer bringen; aber verlangen Sie nicht daß ich Zeuge ſein ſol, wie ein launiſches und ei⸗ genſinniges Kind, um ſeine Launen zu befriedigen, den zärtlichſten und nachſichtigſten aller Väter bloß⸗ ſtelt. Welcher Andere, als Derjenige, der mit Herz


