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Onkel weiß ja, daß ich mich dadurch nicht einſchüch⸗ tern laſſe. Das wäre doch teufelmäßig, wenn On⸗ kel ebenſo empfindlich gegen die Wahrheit wäre, wie ein altes Weib. Falle ab vor dem Wind und laß uns nicht auf die Sandbank hineinlaufen.“
„Du verdienteſt Dein ganzes Leben im Maſtkorb zu ſitzen; denn Du ſegelſt unter der Flagge der Un⸗ dankbarkeit, und die führt Dich direct zum Teufel.“
Der Capitain ſetzte ſich und trocknete ſeine Stirne mit dem Taſchentuch.
„Nehme das Un weg, dann hat Onkel die Inſchrift meiner Flagge, und darum will ich, daß Onkel weder ſich noch Urda der Tadelſucht der Leute preisgiebt. Sei doch einmal Mann, und ſage ihr, daß Onkel ſolche Tollheiten nicht duldet, wie z. B. ſich ſo lä⸗ cherlich anziehen, wie zu einer Maskerade, in der Gegend in Mannskleidern herumſpringen, Cigarren rauchen und dergleichen. Nein, nimm eine ſtrenge Miene an und leſe der Mamſell die Leviten, falls Onkel wirklich Liebe zu ihr hat.“
„Das iſt leicht geſagt; aber Du mußt wiſſen: das Fahrzeug parirt dem Steuerruder nicht. Ich mag ſagen, was ich will, ſo ſteuert ſie doch ihren eigenen Curs.“
„Das iſt immer der Fehler des Steuermanns.“
„Hör mal, Landkrabbe, willſt Du mich Naviga⸗ tion lehren?“
„In dieſem Fahrwaſſer hier fürchte ich wirklich, daß mein Unterricht vonnöthen iſt. Meint denn On⸗ kel, daß Urdas Benehmen mit der geſunden Vernunft übereinſtimmt?“


