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Mola oder Tanz und Weltgeschichte : eine spanisch deutsche Erzählung / [von Eduard Maria Oettinger]
Entstehung
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Du weiße Stadt der Serenaden, Viel tauſend kleine Füßchen baden Sich Nachts in Deines Prados Thau.

Madrid, und kämpfen deine Stiere, Dann laſſen tauſend Händchen ihre Buntfarbgen ſeidnen Tücher wehn Und in den ſternerhellten, lauen Lenznächten ſieht man deine Frauen Auf deinen blauen Treppen ſtehn.

Madrid, Madrid, laß ſie ſich ſehnen, Ich ſpotte deiner ſtolzen Schönen,

Die muthig tummeln Maul und Pferd; Denn unter Allen weiß ich Eine,

Laß Braun' und Blonde kommen, keine Iſt ihrer Fingerſpitze werth.

Hier unterbrach Mola den Sänger vom Fenſter aus, indem ſie herunterrief:

So laß doch das langweilige Singen, und komm lieber ein wenig zu mir herauf. Ich bin noch gar nicht ſchläfrig, und wir können noch ein Stündchen mit einander plaudern. Warte einen Augenblick; ich will Dir ſogleich die Thüre aufmachen.

Der Chiclanero war Anfangs ganz erſtarrt über dieſe unverhoffte, faſt allzu naive Einla⸗ dung; aber er hatte nicht lange Zeit, ſich zu