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— Sire, rief Gräfin Maria Magbalena freu⸗ dig bewegt, ich bin in der Schuld jenes alten ehr⸗ lichen Hauptmanns, der ſeit länger als vierzig Jah⸗ ren ein treuer Diener ſeines Herrn, mich, ſeine Ge⸗ fangene, mit rührender Schonung und Rückſicht be⸗ handelt hat.
— Thut, was Euer Herz Euch vorſchreibt!
— Wohlan denn, Schloßhauptmann von Purg⸗ litz, im Namen Seiner Majeſtät des Kaiſers ernennt Euch Eure dankbare Schuldnerin zum Hauptmann der Leibgarde in Prag.
— Kaiſer Rudolph beſtätigt gern Eure Er⸗ nennung!
Der Hauptmann küßte die Hand ſeines Monarchen.
— Nun aber, ſprach Seine Majeſtät, laßt uns dieſen traurigen Ort gerechter Beſtrafung verlaſſen und ungeſäumt nach Prag zurückeilen. — Sire, bat Mardochäus de Delle, dem Kai⸗ ſer zu Füßen ſtürzend, gewährt zur Feier dieſes ſchö⸗ nen Augenblickes auch einem Eurer treueſten Diener eine große Huld und Gnade. — Was wünſcht mein luſtiger Pvet? — Die Hand jenes lieben frommen Engels, ſagte der Kammerdiener auf Ludmila weiſend, die ihm bereits ihr Herz geſchenkt.


