Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Eitle Thörin, die Du wähnſt, daß dieß uns ſchützen wird!

Da plötzlich öffnete ſich die Thür. Die Grä⸗ ſin Maria Magdalena trat mit dem ganzen Stolze ihrer gerechtfertigten Ehre, in der ganzen Fülle ihrer Schönheit am Arme des frohbeglückten Kaiſers ein.

Alle Anweſenden verneigten ſich voll Ehr⸗ furcht. Nur Clelia und Girolamo ſchienen wie durch Schreck verſteinert.

Himmel, wen ſehe ich? flüſterte ſie tonlos.

Die Elende, entgegnete Scotto, deren Herr⸗ ſchaft zu Ende iſt!

Dort, ſprach Rudolph, auf das verſteinerte Paar zeigend, ſtehen die armen Sünder, die Euch, theuere Gräfin, ſchaamlos⸗frech verläumdet haben.

Sire, ich vergebe Beiden ihr Unrecht! ſagte Magdalena.

Das macht Eurem ſchönen Herzen mehr Ehre als Alles. Ich aber, ich vergebe ihnen nicht, denn ſie haben mich zu einem himmelſchreienden Ver⸗ rathe verleitet!

Die Geliebte des Abenteurers faßte Muth und wagte den Kaiſer in Gegenwart der Gräfin an Etwas zu erinnern, was ihn noch mehr gegen ſie aufzubringen geeignet war.

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