Part 
2. Band (1856)
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

230

Weil es das Einzige Eurer böhmiſchen Kö⸗ nigsſchlöſſer iſt, das ich bis jetzt noch nie geſehen habe.

Euer Wunſch, Gräfin, iſt mir Geſetz! Gut, Ihr ſollt es kennen lernen. Seid Ihr einverſtanden? fragte er ihren Gemahl, deſſen Trunkenheit ſchon ſo große Fortſchritte gemacht, daß er den Wunſch ſeiner Frau gar nicht gehört hatte.

Einverſtanden mit Allem, was Ihr wollt! lallte der Ritter von Brandeis.

Dann laßt uns gehen! ſagte der Kaiſer, der glücklichen Mutter Don Cäſars ſeinen linken Arm reichend.

Im Burghofe harrten drei ſtattliche Kutſchen. In die erſte hob der Kaiſer die Gräfin, an deren rechter Seite er ſich niederließ. In die zweite ſtieg der ſtark benebelte Ritter und der nüchterne Maler, in die dritte endlich der Leibarzt und der Hofpoet Mardochäus de Delle.

Nun flogen ſie ihrem Ziele entgegen.

Es war ein ſchöner, wunderherrlicher Frühlings⸗ nachmittag. Das große, welterleuchtende Auge Got⸗ tes, die ewige Sonne, lächelte klar und heiter auf die romantiſche Umgegend Prags und auf die in jung⸗ fräuliches Grün gekleideten Fluren. Ein detachirter Zug von Schwalben ſegelte durch den blauen Aether,