36
ihrer kühnſten Träger verlöre, großmüthig zurückzu⸗ geben. Ein Wort aus Eurem Munde kann die Riegel ſeines Kerkers viel leichter noch als jene mei⸗ nes Vaters ſprengen; ein Wort von Euch kann ſo Vieles wieder ausſöhnen, was ſich jetzt feindlich ge⸗ genüberſteht; ein Wort von Euch kann Alles, was Andere verbrochen haben, wie mit einem Zauber⸗ ſchlage wieder gut machen... Sprecht, Gräfin, wollt Ihr dieß thun? ftagte Eva, ängſtlich forſchend in Magdalenens nachdenkliches Auge blickend.
Es trat eine kurze Pauſe ein; die Gräfin ſchien unentſchloſſen, wie und was ſie auf jene Frage der Bittenden erwidern ſollte.
— Erbarmt Euch meiner Qual! flehte Eva.
— Wohlan, entgegnete die Gräfin, aus ihrem Nachdenken erwachend, ich will Euch verſprechen, mich für die Begnadigung des Freundes Eures Vaters zu bewerben, wenn Ihr geneigt ſein wollt, mir zu verſprechen... ſagte die Gräfin ängſtlich einhaltend.
— Alles, Alles, was Ihr immer wollt! ermu⸗ thigte ſie Eva, jenen halbausgeſprochenen Gedanken, der die Gräfin zu beunruhigen ſchien, ganz aus⸗
zuſprechen. — Seid nicht zu voreilig, Fräulein Eva. Das


