16
Eurem geiſtreichen Pinſel wieder ernſt, weniger ſchwer⸗ müthig geſtaltet..
— Ihr ſeid alſo unzuftieden mit meiner Arbeit? fragte Johann von Aachen aufrichtig betrübt.
— Nein, Meiſter, das bin ich nicht. Ich finde nur, daß Ihr, wie faſt Jeder Eures Gleichen, ſehr geſchmeichelt habt.
— Und doch ſagt der ganze Hof und ſelbſt der Kaiſer, daß das lebendige Original viel ſchöner als die todte Leinwand iſt..
— Der ganze Hof, mein Freund, iſt immer nur ein gefälliges Echo der Ausſprüche Seiner Ma⸗ jeſtät..
— und Seine Majeſtät...
— Geruhen allerdings mich allerhuldreichſt ſchön zu finden, unterbrach ihn die Gräfin. Darum aber bin ich es noch nicht? Ich verhehle mir nicht, daß es viel ſchönere Frauen an ſeinem Hofe und in ſeiner Hauptſtadt giebt...„
— O nennt mir Eine nur! bat der Maler.
— Kennt Ihr Fräulein Eva von Lobkowic? fragte die Gräfin mit anſcheinend großer Ruhe.
— Ich habe ſie nur einmal geſehen..
— Und wie fandet Ihr ſie? fragte Magdalena mit ſchlecht verhüllter Neugier.


