Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Bildſäule des Jlionäus, welchem Hände und Fůße abgeſchlagen waren.

Niemand wollte irgend etwas darauf bieten.

Endlich erſtand ein alter Trödler, Namens Ze⸗ bräk, im Volke unter dem SpitznamenLaudon be⸗ kannt, weil er bei allen öffentlichen Verſteigerungen auf gut laudoniſch zuzuſchlagen pflegte, das un⸗ ſchätzbare Kunſtwerk um den fabelhaften Preis von 51 Kreuzern(wir wiederholen einundfünfzig Kreuzer). Bebräk verhandelte den verſtümmelten Mar⸗ morklotz um vier Gulden an den kleinſeitner Stein⸗ metzmeiſter Malinskh.

Nach dem Tode deſſelben verkaufte Ma⸗ linsky's Witwe den prachtvollen Torſo an den be⸗ kannten Anatom und Augenarzt Profeſſor Barth in Wien, der durch einen prager Freund darauf auf⸗ merkſam gemacht worden war.

Von Barths Beſitze ging er in andere Hände über. Endlich erſtand König Ludwig von Baiern um eine ziemlich bedeutende Summe dieſen Torſo, der ſeitdem einer der erſten Schätze und eine der ſchön⸗ ſten Zierden der neuen Glyptothek zu München iſt.

DieſerMarmorklotz' wird noch Manchen über⸗ leben.

Ende des vierten und letzten Bandes.