Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Rudolphs bis auf Kaiſer Franz I. und Millionen ihrer Unterthanen überdauert hat, iſt das Kunſtwerk, welches vom Doetor Chriſtoph Guarinonius bei ſeiner Anweſenheit in Rom für die Kunſtkammer Kaiſer Rudolphs angekauft worden war.

Im Mai des Jahres 1782 wurden die letzten Reſte dieſer Kunſtkammer geräumt und an die Meiſtbietenden verſteigert. Sie waren ſeit der letzten Belagerung Prags durch die Preußen /1757) in drei Kellergewölben der Burg aufeinander gehäuft und mit vieljährigem Staube bedeckt. Es lagen da bunt durcheinander poürte Steine, alte Waffen, ver⸗ roſtete Rüſtungen, bronzene Götzenbilder, Schnitzwerke aus Holz und Elfenbein, antike Urnen, alte, künſt⸗ liche Uhrwerke, ganze und zerbrychene Bildſäulen von Marmor und Alabaſter. Unter Letztern befand ſich die Statue des Niobiden Jlivnäus, der vor länger als hundertfünfzig Jahren der Gegenſtand der Be⸗ wunderung der Gräfin Maria Magdalena und aller Kunftfreunde geweſen war.

Am 4. Mai 1782 wurden in aller Eile chriſt⸗ liche und jüdiſche Trödler herbeigerufen, um mit dem Rumpelzenge aufzuräumen.

Zu dieſemRumpelzeuge gehörte auch die