Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
Einzelbild herunterladen

263

Hölle und Teufel, ich verblute mich!

Auf Befehl des Kaiſers, ſprach der Chi⸗ rurg, war mir der Auftrag geworden, Euch die Fußadern zu öffnen.

Und warum? brüllte der Sterbende.

Um nach dem Willen des Geſetzes Euch für den dreifachen Mord zu beſtrafen, den Ihr in dieſem Zimmer hier an der Jüdin vollbracht, die Ihr geſchändet, erdolcht und zu jenem Fenſter hin⸗ ausgeſchleudert habt.

Der Vater läßt mitleids los ſeinen Sohn ermorden? Er ſei verflucht auf alle Zeiten! ſchrie Don Cäſar und ſank ohnmächtig in ſein blutgers⸗ thetes Bad zuſammen und hauchte bald darauf unter leiſem Stöhnen den! letzten Seufzer ſeines mordbefleckten Lebens aus. Er verſchied gegen ſechs Uhr Morgens.

Rudolph, der bis dahin alle Kräfte ſeines eiſer⸗ nen Willens aufgeboten hatte, um nicht der innern Aufregung zu erliegen, ſchleuderte den ruhig bis zu Ende geleſenen Bericht auf die Erde und ſank dann erſchöpft, wie vom Schlagfluße getroffen, auf den Fußboden hin.

Der Rabbi eilte ihm zu Hilfe. Der Kammer⸗ diener rief die Aerzte herbei. Einer derſelben öffnete