242
ſchön als meine reizende Delila iſt. Mein Vater lauert auf den erſten beſten Vorwand, um mich aus ſeiner Nähe zu verſtoßen, um mich auf Reiſen oder falls ich mich widerſetze, in die Mauern eines Kerkers oder gar auf die Stufen des Schaffots zu ſchicken. Willſt Du, daß ich ſterben ſoll?
— Nein, Cäſar, das will ich nicht!
— Nun, wenn dieß wirklich nicht der heimliche Wunſch Deines Herzens iſt, ſo entziehe meinem Daſein nicht die Sonne Deiner Huld und Nähe. Bleibe bei Deinem Simſon, altteſtamentariſche Delila!
Das arme Judenmädchen überlegte einen Au⸗ genblic. Dann ſagte ſie entſchloſſen:
— Wenn ich alſo Dir zu Liebe mich ſo tief vergeſſen und meinen alten Vater ſo hoch betrüben könnte, den Glauben meines Gottes abzuſchwören, wann würdeſt Du mich heirathen?
— Sobald es mein Vater mir erlaubt!
— Doch wenn er's nicht erlauben ſollte?
— Dann würde ich auch gegen ſeine Einwilli⸗ gung Dich zum Altare meines Gottes führen.
— Aber wann, Cäſar, wann, mein Geliebter?
— Sobald als nur irgend möglich!
— Gut, mein Cäſar, ich werde Chriſtin! Und


