Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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mein Weib werden. Aber gönne mir Zeit und Ueberlegung.

Du belügſt, Du betrügſt mich, Chriſt!

Du verkennſt mich ſchwer, ſchöne Jüdin. Sieh, Kind, ich liebe Dich ſo ſehr, daß ich aus Furcht und Eiferſucht, daß nach mir ein Anderer vielleicht gar ein elender Jude Dich beſitzen könnte, im Stande wäre, Dich, weil ich Deinen Be⸗ ſitz keinem Sterblichen vergönne, aus Liebe zu tödten!

Nun wohlan, Chriſt, tödte die Jüdin!

Glaubſt Du, ich wäre thöricht genug, die⸗ ſen Wunſch zu erfüllen? Du ſollſt teben, leben, um von mir geliebt und vergöttert zu werden. Sieh, ich wollte Dich nur prüfen. Ich wollte mich über⸗ zeugen, ob Du mich wahr und wahrhaftig liebſt und ob mein Beſitz Dir wünſchenswerth erſcheint. Du kannſt es nicht erwarten, Dich auf immer mit mir vereint zu ſehen durch das Band der yeiligen Ehe, durch die Hand eines der Prieſter Deines Gottes, Deines Glaubens. Du kannſt die Qual der langen Sehnſucht nach dem Ziele Deiner Wün⸗ ſche, den Schmerz der Trennung von Deinem ſter⸗ benden Vater ſelber und mit Einem Male abkürzen, wenn Du Dich entſchließen willſt, Dich zu der Sonnenhöhe und Himmelsreinheit meines Glaubens,