Teil eines Werkes 
4. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Zweifelt Ihr an khrer Tugend oder an ihrer Gelehrſamkeit? fragte der Kaiſer mit grauſa⸗ mem Spott.

Von Beiden bin ich feſt überzeugt. Doch mag ich nicht daran glauben, daß ſie die Verfaſſerin ſei, ſchon darum nicht, weil ſie erſt kurz vor dem Erſcheinen der Schrift auf mein wiederholtes Bitten mir feierlich zugeſagt hatte, nichts zu unternehmen, was geeignet wäre, den Zorn ihres Kaiſers von Neuem aufzuregen.

Und dennoch, wiederhole ich Euch, daß ſich ſeit einigen Tagen ziemlich allgemein das Gerücht verbreitet hat, daß das lateiniſche Original wie die böhmiſche Ueberſetzung davon aus Eva's Feder ge⸗ floſſen iſt und daß nur die deutſche Ueberſetzung, die ſie veranlaßt haben ſoll, von einem proteſtanti⸗ ſchen Geiſtlichen in Hamburg oder Danzig herrühre.

Ich, Majeſtät, halte Eva für zu gewiſſen⸗ haft, um mich dem Irrwahne hinzugeben, ſie habe, mir gegenüber, treulos ihr Wort gebrochen. Ihr Herz iſt keiner Lüge, ihr Geſicht keiner Verſtellung fähig und aus dieſen Gründen glaube ich Ew. Ma⸗ jeſtät mit meinem Worte bürgen zu dürfen, daß Jene, die ihr die Autorſchaft jener Anklage gegen Euch zuſchreiben, ihr nach meiner Anſicht Unrecht thun.