Teil eines Werkes 
3. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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verſtümmelten Naſe, die ſeine Eitelkeit nie verſchmerzt, auf ſeine Lieblingswiſſenſchaften: Mathematik, Aſtro⸗ nomie und Aſtrologie.

Erſt ſechsundzwanzig Jahre alt genießt der alte Schwede oder, richtiger geſagt, der junge Däne ſchon eines ſo großen Gelehrtenrufes, daß es in ſeiner Hei⸗ math Sprichwort wird zu ſagen: Der oder Jener iſt ſo klug, wie Tycho de Brahe.

Aber ſchon ein Jahr darauf macht dieſer kluge Mann den erſten dummen Streich, indem er eine junge Bäuerin, in die er ſich auf dem Gute ſeines Vaters verliebt und mit der er ein Töchterlein erzeugt hat, das wie die Mutter Chriſtine heißt, nachträglich zu heirathen beſchließt. Wir wiederholen heirathen, weil Mancher und Manche(darunter auch Eliſabeth Bryske in ihrem adeligen Geſchlechtsregiſter) dieß durchaus beſtreiten und behaupten wollen, Chriſtina ſei nie ſeine rechtmäßig angetraute Frau, ſondern immer nur ſeine Coneubine, däniſch Frillekone genannt, ge⸗ weſen. Wir laſſen es hingeſtellt, ovb dieß Wahrheit oder Verläumdung ſei. Wir unſererſeits glauben das Letztere.

Zwei Jahre nach ſeiner Verheirathung Chri⸗ ſtine hat ihm unterdeſſen ein zweites Töchterchen, Margarethe oder Magdalene, geſchenkt läßt er