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reitender Bote an, der ihr einen Brief überbrachte. Sie erbrach das Schreiben und las:
Ich beeile mich, Euch zu melden, daß das Ge⸗ rücht vom Tode Eures Vaters— Dank dem Ge⸗ rechten— ſich nicht beſtätigt hat. Gleich nach Em⸗ pfang jener Schreckenskunde beſchwor ich kniefällig den Kaiſer, darüber genaue Erkundigung einziehen zu laſſen. Er erſchrack und verſprach es mir. So eben langt aus dem Gefängniſſe die officielle Nachricht ein, daß Euer Vater— Gottlob!— lebt und, wenn auch nicht frei, doch wenigſtens wohl iſt.
Es grüßt Euch von ganzem Herzen
Pilſen am 4. December 1599.
Maria Magdalena.
Und an dem Tage, an welchem Eva dieſe frohe Zeitung erhalten, hatte ſie das fromme Gelübde ge⸗ han, für die Kirche zu Raudnitz eine koſtbare Altar⸗ decke mit dem Wappen der Gräfin zu ſticken und für die armen Mädchen des Orts ein Magdalenen⸗ ſtift in's Leben zu rufen.
Der Kaiſer befand ſich noch in Pilſen, als ſich im April des Jahres 1600 die Kunde verbreitete, daß der frühere Gouverneur des Kaiſers und dama⸗ lige Oberſtkämmerer Wolf Freiherr von Rumpf bei


