Teil eines Werkes 
3. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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geweſen war, mit dem übermüthigen Feinde ſelbſt einen unvortheilhaften Frieden abzuſchließen, wenn ihn die Kriegsluſt und der Ehrgeiz ſeines Bruders Matthias nicht daran gehindert hätte. Vielleicht liebte er ihn ſchon darum nicht.

Während dieſer Zeit hatte ſich zum Schrecken Böhmens auch die Weiſſagung des Doctors Johann Jeſſenius erfüllt. Im Herbſte des Jahres 1599 war die Gottesgeißel des Türkenkrieges, die Peſt, in Prag mit ſolcher Heftigkeit und Wuth aufgetreten, daß trotz aller Bemühungen des Doctors, der das ge⸗ heimnißvolle Weſen dieſer Seuche in Ungarn ſtudirt hatte, und trotz aller Anſtrengungen der andern Aerzte Hdie Menſchen gleich den Fliegen hinſtarben

Kaiſer Rudolph, von ewiger Todesfurcht gequält, hatte ſich, um dieſer Geißel aus dem Wege zu ge⸗ hen, am 14. September mit ſeinem engeren Hof⸗ ſtaate nach Pilſen geflüchtet und ſich daſelbſt über neun Monate aufgehalten.

Unter Jenen, die ihm gefolgt waren, befanden ſich Gräfin Maria Magdalena, ſeine zwei Leibärzte Chriſtoforo Guarinoni, der unterdeſſen von Rom zu⸗ rückgekehrt war, und Anſelm de Boodt, der Hofma⸗ ler Johann von Aachen, der Hofcapellmeiſter Filippo de Monte, der Hoſpoet und Luſtigmacher Mardo⸗