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und in den Stunden trüben Ungemachs tröſtend zur Seite ſtehen.
Dieß fühlte auch Eva von Lobkowic. Sie ver⸗ tiefte ſich ſtundenlang in die Gedanken Anderer, um, wenn auch nur auf kurze Zeit, die eigenen zu ver⸗
geſſen, die ſie auf das Prokruſtesbett grauſamen
Kummers ſpannten. Wenn ihr ſchwer gefolterter Geiſt dann auf Augenblicke in völlige Troſtloſigkeit verſank, dann war ſie ſo namenlos unglücklich, daß ſie verzweifelnd ſelbſt ihren letzten Freunden den Rük⸗ ken kehrte und niedergeſenkten Hauptes einer Trauer⸗ weide glich, die ihre langen grünen Thränen auf das Grab ihrer eingeſargten Hoffnungen hernieder⸗ fallen ließ.
— Wo finde ich einen Philoſophen, rief ſie eines Abends, als ſie von den Strahlen der unter⸗ gehenden Sonne verklärt, inmitten ihrer Bücher ſaß, wo finde ich einen Autor, der wie jener griechiſche Weiſe Antiphon, welcher zu Korinth die edle Kunſt, Traurige zu tröſten, gelehrt haben ſoll, mir Aermſten, auf dem Gipfel meiner Hoffnungsloſigkeit den letzten Strahl von Troſt in die endloſe Nacht meiner Seele zu gießen vermag?
Da ſiel ihr Blick auf den Römer Severinus Boethins, der, eines heimlichen Einverſtändniſſes mit


