Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198

Felde den Acker pflügte, in gebrochenem Deutſch zu fragen: Welches iſt der Weg nach Brandeis?

Der Landbebauer, der ein Böhme vom reinſten Waſſer war, ſah den Ausländer mit glotzenden Au⸗ gen an und ſchwieg, weil er kein Wort davon ver⸗ ſtanden hatte.

Jetzt verſuchte der Reiter, die Mähnen ſeines ungeduldigen Roſſes ſtreichelnd, ſich, ſo gut es ging, Böhmiſch verſtändlich zu machen.

Der Bauer zeigte ihm pantomimiſch, der Reiter müſſe von den drei Wegen, die vor ihm lagen, den rechten einſchlagen.

Der Fremde gab ſeinem Pferde beide Sporen und ſprengte eilig weiter, um die verlorenen Mi⸗ nuten wieder einzuholen.

Jetzt hatte auf entgegengeſetzter Seite auch der Wagen Halt machen müſſen, weil Meiſter Mar⸗ thias ſich genöthigt ſah auszuſteigen, um ein unab⸗ weisbares Bedürfniß zu befriedigen.

Tummelt Euch! rief ihm Colin zu.

Der Schneider, gewohnt, dieſe Nothwendigkeit mit großer Ruhe und Bequemlichkeit abzuthun, blieb ſitzen, ohne ſich durch die wiederholten Zurufe und Stichelreden ſeiner Reiſegefährten beunruhigen zu laſſen.