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Auch der Ring war ihm lieb geworden. Er trug ihn ſeit dem Tage, an welchem ſie auf ſo räthſelhafte Weiſe zu ihm gelangt war, an dem Goldfinger ſeiner linken Hand, als habe er ſich gleich⸗ ſam mit ihr verlobt, denn ſie war ihm Kind und Braut zugleich. Selbſt das grüne Band verwahrte er. Es trug ja die Farbe der Hoffnung, und Hoffnung iſt ja der letzte Strohhalm, an welchem der Menſch in ſeiner Verzweiflung ſich feſtklammert, als wäre der gebrechliche Halm der letzte Maſt des im Sturme berſtenden Lebensſchiffs.
Seitdem ſein Schutzgeiſt ihm dieſe weiße Taube zugeführt, ſchienen ihm die Tage ſeiner Gefangen⸗ ſchaft nur halb ſo lang und die Nächte weit ruhi⸗ ger und erquickender als vor ihrer Ankunft. Er hieß ſie die„Geſandtin ſeiner Zukunft“ und pries den guten Stern, der über ſeinem Haupte von Neuem zu leuchten begann.
Das menſchliche Herz iſt ſo unerſchöpflich reich und erfinderiſch an Troſtgründen, daß es ſelbſt aus den durch einen Windhauch zerreißbaren Fäden eines Spinnengewebes ſich goldene Kettenbrücken über das ſtille, unergründliche Meer der Leiden bis hinüber zum blauen Hafen ſeiner Ruhe baut, die an der Wiege ſeiner Geburt aufhört und erſt jenſeits der


