heimgekebrt war, fand ich ſie leer. Libusa, der Ritter Bragadino und ſeine beiden Bullenbeißer waren auf und davon; Niemand wußte wohin. Der betrogene Kaiſer war außer ſich. Er ſetzte zehntauſend Schock Groſchen auf den Kopf des entflohenen Betrügers und ſchändlichen Mädchenräubers, der aus den Ar⸗ men ihres Vormunds den reinſten Engel der Un⸗ ſchuld entführt hatte.
Der Soldat nieſte zum zweiten Male.
— Helf' Gott! ſchrie ihm Procop zu. Aber Alles, fuhr er fort, war vergebens. Der Teufel blieb ſpurlos verſchwunden.
Meiſter Procop hielt inne, um von Neuem ſeinen Gaumen anzufeuchten.
— Ein Jahr ſpäter, begann er von Neuem, verbreitete ſich die Zeitung, Ritter Bragadino habe am Hofe des Kurfürſten Marimilians I. von Bahern dieſelbe Komödie, wie hier zu ſpielen verſucht, ſei aber in München bald durchſchaut, noch zu rechter Zeit erwiſcht und gebührendermaßen auf offenem Markte zwiſchen ſeinen zwei nichtswürdigen Bullen⸗ beißern durch den Strang vom Leben zum Tode gebracht worden.“) Aus den Papieren, die ſich
*) Bragadino ward in einem mit Flittergolde beklebten Kleide an einem falſch vergoldeten Galgen aufgehängt. Seine beiden Hunde aber wurden unter dem Galgen erſchoſſen.


