ein großes, unabſehbares Leichentuch einzuſpinnen ſchienen; in der Schenke praſſelte ein gemüthliches Kaminfeuer. Draußen war Alles öd und todt; drin⸗ nen aber pulſte lautlärmendes Leben.
An einem der kleinen Tiſche, die in einer der obern Ecken des geräumigen, aber nur karg beleuch⸗ teten Saales ſtanden, unterhielt ſich Alexander Colin, ein Bildhauer aus Mecheln(der ſich durch das pracht⸗
volle Grabmal Kaiſer Marmilians I. in der Fran⸗ eiskanerkirche zu Innsbruck ein unvergängliches Denk⸗ mal geſetzt) mit einem ſeiner Landsleute, dem nicht minder bekannten Edelſteinſchleifer Jobſt von Brüſſel. Beide ſprachen flämiſch und leerten einen Krug nach dem Andern. Jobſt war traurig und nieder⸗ geſchlagen.
— Du fängſt wieder Grillen, ſagte Colin.
— Und hab' ich nicht ein Recht dazu? fragte Jobſt. 4 — Geh, Landsmann, was fehlt Dir hier?
— Mich plagt das Heimweh. Ich möchte gern wieder nach meinem ſchönen Brabant zurück.
— Alſo gefällt's Dir wirklich nicht am Hofe Rudolphs?
— Nein, ſag' ich Dir offen und ehrlich.
— und was mißfällt Dir an ihm?


