Teil eines Werkes 
1. Band (1856) Kaiser Rudolph II. und seine Zeit
Entstehung
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Herzogin Drahomira, einer Fürſtentochter von Sto⸗ dor, der ehebrecheriſchen Gemalin des Herzogs Wra⸗ tislaw, der thranniſchen Mutter des heiligen Wenzes⸗ laus, die bei dieſer Kirche von der erzürnten Erde ſoll verſchlungen worden ſein, weil ſie mehr Sünden und Mißethaten begangen, als Haare auf dem heidniſchen Haupte gehabt haben ſoll. In dieſer Kirche ruhte auch die von Tetin herübergebrachte der böhmiſchen Herzogin und ſpäteren Landespatronin Ludmila, die, als Gegenſatz zu jener halb fabelhaften Drahomira, ein Muſterbild aller gottgefälligen Tugenden war und deren ehrwürdige Gebeine, weil ſie in der Nähe jener gottloſen Hei⸗ din durch des Teufels unkeuſche Serenaden raſtlos beunruhigt worden waren, in ſpäterer Zeit ausge⸗ graben und in der Sanct Georgskirche beigeſetzt wurden. Außerdem erzählte man ſich, daß am Altare der Matthiaskirche ein ſchwarzes Muttergottesbild aus dem Kloſter Emaus ſich befinde, das jedes Mal, ſo oft dem Kaiſer oder einem der treuen, gottesfürch⸗ tigen Räthe ſeiner Krone irgend wie Gefahr drohe, im Voraus blutige Thränen vergieße, um dem Hofe und der Geiſtlichkeit einen Wink zu geben, auf der Hut zu ſein. Seit acht Tagen war ganz Prag ſehr beunruhigt, weil es ruchbar geworden, daß das