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— Sire, haben Sie Geduld, der Schmerz wird austoben, ſagte die Graͤfin Bertrand.
— Ach, Graͤfin, wuͤßten Sie, wie ich leide, Sie ſelbſt wuͤrden mir das Giſt reichen, um mich zu erloͤſen von der Qual, die ich erleide. Wie ſpät iſt es? meine Herren..
— Halb Sechs, ſagte Bertrand, einen Blick auf die ſilberne Uhr werfend, die uͤber dem Ca⸗ nape hing.
— Das Tiktak dieſer Uhr weckt in meiner Seele ſuͤße Erinnerungen. Dieſe Uhr gehoͤrte Friedrich dem Großen.. ſie hing einſt in ſei⸗
nem Palaſt zu Sansſouci... jetzt haͤngt ſie im Kerker zu Longwood. O mein Schmerz, mein Schmerz! Oeffne die Fenſter, Marchand, ich will die Sonne noch einmal vor ihrem Untergange ſehen... die Abendluft wird die Gluth des Tages beſiegt haben und mich erfriſchen.
Marchand oͤffnete das Fenſter.
— Ich danke Dir, mein Freund.— Graͤfin Bertrand, fuhr er fort, ſtellen Sie zu den Fuͤßen meines Bettes das Bild der Kaiſerin auf. Ihr


