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VI. Eine Privataudienz.
Am andern Morgen ſah man im Vorgemach des Kaiſers eine junge, bleiche Dame in einem ſchwarzen Atlaskleide, die, eine Bittſchrift in der Hand, ſich eine Privataudienz erbat.
Der dienſtthuende Kammerherr verfugte ſich in's Cabinet, um ſie anzumelden.
— Sire, ſagte Mercy d'Argenteau, im Vor⸗ ſaal harrt Signora Graſſini.
— Was will ſie? fragte der Kaiſer aufgebracht.
— Sie bittet um die Gnade, Ew. Majeſtaͤt moͤchten huldreich geruhen, ihr einen Augenblick Gehoͤr zu ſchenken.
Napoleon, Anfangs unentſchloſſen, ob er die Fuͤnſtlerin abweiſen oder vorlaſſen ſollte, ſchwieg einen Augenblick, dann ſagte er:
— Sie mag kommen!
Signora Graſſini warf ſich, kaum eingetreten, dem Kaiſer zu Fuͤßen.
— Sire, ſprach ſie, eine Strafbare, die nicht


