Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

268

V. Liebe und Abneigung.

Signora Graſſini bewohnte in der Rue Chan⸗ tereine ein großes Hötel, das vom Kaiſer fuͤr ſie gemiethet und feenhaft ausgeſchmuͤckt worden war. Reiche Gobelin-Tapeten, die beruͤhmteſten Schlach⸗ ten Napoleon's darſtellend, prachtvolle Teppiche, koſtbare Trumeaux, Luſtres und Girandolen bilde⸗ ten ein Enſemble, wie man es nur in Pallaͤſten zu finden gewohnt iſt. Die Einrichtung des ganzen Hötels hatte uͤber 30,000 Francs gekoſtet.

Die reizende Saͤngerin, die im Theater, aber haͤufiger noch in den Tuilerien ſang, wurde von ganz Paris auf Haͤnden getragen: ihre Stimme, ihr Vortrag riß Alles zur Bewunderung hin. Die Journaliſten, den Koͤcher ihres Lobes leerend, erho⸗ ben ſie bis zu den Sternen: ſie war ja der Lieb⸗ ling des Publikums, der Abgott des Hofes, die Geliebte des Kaiſers.

Jeden Abend, wenn es zu dunkeln begann, ſchlich ein kleiner Mann in einem blauen Ober⸗