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erſchien eine junge, reizendſchoͤne Sangerin, die eine Arie aus Piccini's Roland mit einem alle Herzen erobernden Zauber vorirug. Die Kuͤnſtlerin, das gefeierte Schooskind von ganz Mailand, haͤtte wohl ſchwerlich eine beſſere Wahl treffen koͤnnen. Piccini war bekanntlich der Lieblingscomponiſt des Kaiſers, der dieſem Meiſter vor allen andern den Vorzug gab.— Napoleon lauſchte mit ſteigender Aufmerkſamkeit dieſer lieblichen, einſchmeichelnden Muſik, dieſer ſuͤßen, wolluͤſtigen Stimme, und waͤhrend ſein Ohr ſich an dem Zauber ihrer Toͤne ergotzte, berauſchte ſich ſein Auge in dem Glanze ihrer Schoͤnheit. Noch keine von allen Saͤnge⸗ rinnen hatte ſolch tiefen Eindruck auf ihn gemacht.
— Wie heißt dieſe junge Dame? fragte er die Kaiſerin.
— Sire, ſprach ſie, Graſſini iſt ihr Name.
— Dieſer Name tou mir bekannt vor, ſagte Napoleon, der die Saͤngerin fixirte. Nach der Schlacht von Marengo wohnte ich hier dem Debuͤt einer jungen Kuͤnſtierin bei, die, wenn ich


