Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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und zwei Mohrinnen von Algier, die noch vor Kurzem Favvritinnen des Dey geweſen, der ſie ſeiner Freundin, mit der er, wie ſie ſagte, in ununterbro⸗ chenem Briefwechſel ſtand, fuͤr zwei Franzoͤſinnen verkauft haben ſoll.

Im Innern dieſes Serails, den ein Spott⸗ vogelCouvent des filles innocentes« genannt, herrſchte ein reicher, uͤppiger, uͤbermuͤthiger Lurus à la Pompadour. Große Spiegel, cryſtallene Luͤ⸗ ſtres, Blumenvaſen, Spieluhren, uͤppige Bilder, koſtbare Teppiche, ſchwellende Divans und bequeme Fauteuils bildeten das Inventarium dieſes Kloſters, deſſen Priorin, anfangs ſelbſt eine Prieſterin der Venus Kallipygos, ſpaͤter aber, als ihre, durch ein Decennium abgenutzten Reize zu welken be⸗ gannen, die Oberprieſterin ihres eigenen Tempels wurde.

Eines Tages klopfte an der Thuͤr der Dame

Gourdan, die im Erdgeſchoß ihres Hauſes wohnte, ein junges, bildhuͤbſches, wunderniedliches Maͤd⸗ chen, das zwei Jahre unter dem Namen einer Demoiſelle Lancon als Modiſtin, bei der in der