Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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26

ein ſchoͤnes Morgenroth bricht an. Vernehmet, was außer Euch kein Zweiter ſoll erfahren— Was lange ich geſucht, hab' ich gefunden: ein Herz, das mit mir Mitleid fuͤhlt, ein Herz, dem ich mich anvertrauen darf, ein Herz, das wie das meine ſchlaͤgt.

— Ihr liebt?

— Einen Engel, gut und fromm, wie Gottes Lamm; ſagt mir, iſt das Suͤnde?

— Kennt Ihr, mein Fuͤrſt, die zehn Gebote? Der Herr befiehlt, Du ſollſt nicht ehebrechen.

— Vergeßt nicht, was ich Euch geſagt. Mein Herz weiß nichts von Sinnlichkeit, ich liebe nur den Geiſt, die Seele.

— Der Geiſt iſt ſchwach und die Verfuͤhrung maͤchtig.

— Seit unbeſorgt, ehrwuͤrdiger Herr. Der fromme Engel, den ich liebe, kennt Suͤnde nur dem Namen nach. Sie iſt die Tugend ſelbſt!

— Wohlan, die Tugend duͤrft Ihr lieben.

— und waͤr es dennoch Suͤnde?

— In nomine Dei absolvo te!