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ein ſchoͤnes Morgenroth bricht an. Vernehmet, was außer Euch kein Zweiter ſoll erfahren— Was lange ich geſucht, hab' ich gefunden: ein Herz, das mit mir Mitleid fuͤhlt, ein Herz, dem ich mich anvertrauen darf, ein Herz, das wie das meine ſchlaͤgt.
— Ihr liebt?
— Einen Engel, gut und fromm, wie Gottes Lamm; ſagt mir, iſt das Suͤnde?
— Kennt Ihr, mein Fuͤrſt, die zehn Gebote? Der Herr befiehlt, Du ſollſt nicht ehebrechen.
— Vergeßt nicht, was ich Euch geſagt. Mein Herz weiß nichts von Sinnlichkeit, ich liebe nur den Geiſt, die Seele.
— Der Geiſt iſt ſchwach und die Verfuͤhrung maͤchtig.
— Seit unbeſorgt, ehrwuͤrdiger Herr. Der fromme Engel, den ich liebe, kennt Suͤnde nur dem Namen nach. Sie iſt die Tugend ſelbſt!
— Wohlan, die Tugend duͤrft Ihr lieben.
— und waͤr es dennoch Suͤnde?
— In nomine Dei absolvo te!


