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— Ich bin ungluͤcklich, ſprach der Marſchall, in deſſen Bruſt ein ſchwerer Seußzer wogte.
— Du ungluͤcklich! Stehſt Du nicht auf dem Gipfel der Macht— habe ich nicht Alles fuͤr Dich gethan, um Dich zum Groͤßten meines Reichs zu machen. Willſt Du noch hoͤher ſteigen?
— Steigen? nein! Mich quaͤlt die Angſt, von der Hoͤhe meines Gluͤckes herabzufallen in mein altes Nichts.
— Wer kann Dich ſtuͤrzen, Dich den Maͤch⸗ tigſten meines Reiches?..
— Ich habe Feinde, viele Feinde..
— Verſpotte ihre Ohnmacht..
— Sie werden mich bei Dir verlaͤumden.. Maria, meines Herzens Koͤnigin, wird mir die Strahlenſonne ihrer Gunſt entziehen, und noch ſchneller als ich geſtiegen, werde ich fallen; nacht⸗ naͤchtlich tritt ein Bild vor meine Seele, daß mich mit tauſendfacher Angſt erfuͤllt... das Schickſal Roberts Devereur ſteht vor meinen Augen: ich ſehe den Grafen Eſſer, wie er aus der Sonnen⸗
hoͤhe ſeines Gluͤcks in die Nacht des Kerkers ſinkt... . 12
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