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Koͤnigs ließ Maria von Medicis ihren Guͤnſtling in den Thronſaal rufen.
Die Regentin, ein uͤppig⸗ſchoͤnes Weib von ſechs und dreißig Jahren, in deren Augen die Gluth des italieniſchen Himmels lag, trug tiefe Trauer. Eine violette Sammetrobe umwallte die Junoniſche Geſtalt, deren ſylphenartige Taille, geſchnuͤrt von einem diamantenen Guͤrtel, mit zwei Haͤnden zu umſpannen war. Auf den weißen, goldgeſtickten Stuartkragen floß die reiche Fuͤlle ihrer ſchwarzen Locken herab. Sie trug den Orden des heiligen Geiſtes.
— Concino Concini, ſprach Maria von Medicis, ich habe Euch rufen laſſen, um Euch den Tod des Konigs anzuzeigen. Die Wittwe Heinrichs iſt von Feinden umringt, ſie bedarf eines Freundes. — Der treueſte, Koͤnigin, liegt jetzt zu Euren Fuͤßen.
— Steht auf, mein Freund, und nehmt an meiner Seite Platz.
— Welche Gnade, Koͤnigin!


