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Herzen der Koͤnigin verdraͤngt. Vermond hatte ihm Rache geſchworen. Eines Tages, als Date mit der Koͤnigin aus dem Wagen ſtieg, ſchoß er ihm eine Kugel durch den Kopf. Vermond will fliehen, die Haͤſcher packen ihn, Margarethe ſchaͤumt vor Wuth. Bringt ihn um, ruft ſie, hier ſind meine Strumpfbaͤnder, erdroſſelt dieſen Schurken. Zwei Tage ſpaͤter ſah Margarethe mit kalter Miene, wie man vor dem Eingang ihres Palaſtes, dem Moͤrder ihres Lieblings den Kopf herunterſchlug. Vermonds Leichnam ließ ſie in eine Cloake werfen. Bald darauf kaufte ſie einen alten Palaſt in der Rue du Seine. Hier umgab ſie ſich mit einer Schar von Guͤnſtlingen, die ihrer Wolluſt, und einem Hof von Dichtern, die ihrer Eitelkeit frohn⸗ ten. Scipio Dupleix, den ſie zu ihrem Premier⸗ miniſter machte, Pater Hilarion de Coſte, Pierre de Bourdeilles⸗Brantome, huͤllten ihr Bild in Weihrauch, erhoben ihre Tugend bis zu den Ster⸗ nen. Von dieſen Schmeichlern ruͤhren jene beiden Anagramme ihres Namens her: Salve virgo, Ma-
ter Dei und Image de vertu royale.


