Drittes Capitel.
Die Gräfin von Chateaubriant.
Auf einem gelbdamaſtenen, reichbrochdirten Ruhebette lag, in ein uͤppiges Negligé gehuͤllt, eine Dame von bewundernswerther Schoͤnheit. Es war Frangoiſe de Foix, Graͤfin von Chateaubriant'“). Zu ihren Fuͤßen ſaß Deniſe, eine bildhuͤbſche Kam⸗ merzofe, die ihrer Gebieterin ein Buch vorlas.
— Wie iſt es moͤglich, ſprach die Graͤfin, die Vorleſung unterbrechend, daß die holde Muſe der Dichtkunſt, herabſteigend von ihrer Sonnenhoͤhe, ſich ſo tief erniedrigen kann? Wie iſt es moglich,
*) Ihr Vater Phöbus de Foir, Vicomte de Lautrec, und ihre Mutter Jeanne d'Aydie, die älteſte Tochter Odet's d'Aydie, Grafen von Comminges, erkannten nur die Prin⸗ zen von Geblüt über ſich.— Frangoiſe de Foir wurde 1495 geboren und, vierzehn Jahr alt, mit Jean de Laval Montmorency, Grafen von Chateaubriant vermählt.


