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ſprach:„Gott laſſe ihn zur Erkenntniß ſeiner Sünden kommen, ich habe ihm vergeben; er gedachte es böſe mit mir zu machen, aber Gott hat es gut gemacht!“
„Und ihr hörtet nichts,“ frug Herr Arnold weiter, „wie der Mann ſo arm geworden? denn du mußt wiſſen, Richard, der Bänderjakob nahm Tauſende von Thalern mit hinüber, die er durch Wucher und Dieb⸗ ſtahl zuſammengebracht.“„Von ihm ſelbſt,“ war Ri⸗ chards Antwort,„hörte ich nichts darüber; aber ſeine Leidensgefährten ſagten mir, er habe im Schiffbruch Alles verloren, und ſey nackt und bloß an's Land gerettet worden.“
„Nach einer ſchnellen, glucklichen Fahrt,“ fuhr Ri⸗ chard fort,„landeten wir in Hamburg, und nun wur⸗ den alle Karten betrachtet, und auf allen Poſtämtern gefragt nach dem Langenfeld; und die Reiſe begann wie⸗ der. So ſind wir denn aus einem Land in das andere geſchickt worden, denn faſt ein jedes hatte ein Langen⸗ feld; aber in keinem war ein Eichmann zu finden. Daß wir endlich das rechte aufgefunden, das erfuhren wir in der Stadt; daß hier ein Fremder wohne, das ſagte man uns auch, aber der Name Arnold machte uns irre. Kaum aus dem Poſtwagen getreten, eilten wir zu Fuß heute Morgen hier her, und auf dem Kirchhof von Lan⸗ genfeld erwuchs uns das Blümchen der Hoffnung neu. Als ich in Gertrud meine Baſe erkannte, da war es mir, als ſey ich nicht mehr ſo arm und allein, da war es, als rief's von oben herab in mein Herz hinein: „Sey getroſt und unverzagt, was du ſucheſt, das ſollſt du finden!“„Und ich habe dich gefunden, lieber Va⸗ ter, und was fehlt mir nun noch? Daß ich auch mei⸗
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