Teil eines Werkes 
Die Heimkehr oder Was fehlt uns? : eine Erzählung für das Volk / von O. Glaubrecht
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Lerchen ſangen, der Guckuck rief, Pfeifen und Schalmeien tönten von dem Anger herüber, und in der Kirche zu Langenfeld ſang man Loblieder zu des Auferſtandenen Preis. Es iſt eine ſchöne Zeit, die Oſterzeit; wie in der Natur, ſo im Herzen wird die Winterdecke abgewor⸗ fen, und tauſend Blumen der Hoffnung drängen ſich dem Licht des neuen Lebens entgegen. O wohl der Chriſtenſeele, in der der Herr dann ſein Auferſtehungs⸗ feſt feiert; die genießet des Frühlings doppelt. Was draußen in der Natur vorgeht, das geht auch, nur noch herrlicher, in der Menſchenſeele vor; es wird Morgen nach der Nacht, und Erwachen nach dem Schlaf, und Aufſtehen nach der Ruhe, und Leben nach dem Tod, und das Alles wirkt das Licht der Welt! Sey uns drum allezeit ein Feſt des Lebens, du heilige Oſterzeit.

Die Frühlirche des dritten Oſtertages war vorüber in Langenfeld und es war noch früh am Morgen; da ſah man von der Höhe herab zween Wandrer auf das Dorf zukommen. Der Eine ſchien über die Jahre der Kraft faſt hinüber zu ſeyn, denn er ging etwas gebuckt, und ſein ſchwarzes Haar zeigte ſchon hier und da das Grau des beginnenden Alters. Rüſtig aber ſchritt der Andere, eine große Jünglingsgeſtalt mit lebhaftem, ſchwar⸗ zem Auge, vor ihm her, und ſchien beſondere Eile zu haben. Auf einem Vorſprung des Hügels aber blieb er ſtehen, um ſeinen Begleiter zu erwarten, legte die Hand auf ſeine Bruſt und ſagte leiſe:Vater, ich muß langſam thun; ich höre mein Herz in der Bruſt klopfen; faſt kann ich nicht weiter. Da liegt Langen⸗ feld vor uns! O, ſeit wie lange habe ich mich nach dem ſtillen Dörfchen geſehnt, und nun, da ich es er⸗ blicke, wird mir das Herz ſo ſchwer, daß ich wieder fort